7d bekommt Besuch von einem blinden Mathelehrer 

Besuch vom Landesförderzentrum Sehen

Ein Bericht von Laura Möller, 7d

Im Deutschunterricht lasen wir das Jugendbuch „Behalt das Leben lieb“, verfasst von Jaap ter Haar, das von dem 13-jährigen Beer handelt, der durch einen tragischen Unfall blind wird, was sein Leben auf einen Schlag verändert. Er wandelt nun durch Phasen tiefster Verzweiflung und hadert auch mit seinem Leben, lernt aber durch seine neue Situation viele Menschen kennen, die ihm und seinen Eltern bei der Bewältigung nie gekannter Problem zur Seite stehen. Das Buch zeichnet sich durch Lebensbejahung und Hoffnung aus und zeigt, wie es durch Mut und Kraft gelingen kann, dem Schicksal zu trotzen.

Wir strengten uns an, nachzuvollziehen, wie es ist, blind zu sein, aber es blieb insgesamt nur schwer vorstellbar. Eine echte Begegnung mit einem wirklich blinden Menschen sollte uns aber helfen, zu verstehen und so besuchte uns der blinde Lehrer von der Geestlandschule Kropp, Herr Albrecht, mit seiner Assistentin am 22.02.2022. Wir waren alle sehr aufgeregt. Zuerst hat er uns einen Film über das Landesförderzentrum Sehen gezeigt. Der Film war sehr interessant, weil wir viel über das Blindsein erfahren haben. Danach haben wir alle ein Namensschild eines Mitschülers oder einer Mitschülerin in Blindenschrift bekommen und sollten den Namen entziffern. Nachdem alle ihre Namen zugeordnet hatten, ging es weiter an die Stationsarbeit. Immer 3-4
Kinder haben zusammengearbeitet. Jeder hat eine schwarze Schlafmaske bekommen, damit man nachfühlen konnte, wie es ist, blind zu sein und dann konnte es endlich losgehen…

Es war sehr spannend, weil es für alle eine neue Situation war. Die Stationen waren toll, aber gar nicht so einfach. Wir sollten z.B. Phase 10 spielen, aber da wir die Zahlen der Blindenschrift nicht kannten, war es sehr schwer. Etwas leichter hingegen war es mit dem Blindenstock in der Schule herumzugehen oder auf der Blindenschreibmaschine die Brailleschrift zu stanzen. Die iPads oder die Computer mit den integrierten Blindenprogrammen, die einem durch das VoiceOver-Programm alles beschreiben, was man gerade macht oder auf welcher App man sich befindet, waren auch sehr interessant. Am schwersten war es jedoch, die Europakarte in Blindenschrift zu entschlüsseln.

Am Ende durften wir Herrn Albrecht noch ein paar Fragen stellen, die er dann auch beantwortete. Zum Schluss überreichten unsere Klassensprecher Bianca und Anton ihm noch ein gebasteltes Geschenk von uns. Es war ein sehr spannender und aufregender Tag und wir bedanken uns ganz herzlich für Ihren Besuch, Herr Albrecht und Frau Lösekann!