Ein Kulturdenkmal wird medial erschlossen - das St.-Johannis-Kloster vor Schleswig

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert im Rahmen ihres Förderprogramms „denkmal aktiv - Kulturerbe macht Schule“ seit inzwischen sechs Jahren die Auseinandersetzung junger Menschen mit Kulturdenkmalen. Im Rahmen dieses Programms können sich Schulen über einen längeren Zeitraum mit einem regionalen Kulturdenkmal vor Ort beschäftigen und ein eigenes Projekt dazu initiieren.

Kloster

Sommerfest 1

Am Stadtrand von Schleswig liegt das ehemalige Benediktinerinnenkloster St. Johannis, die besterhaltene mittelalterliche Klosteranlage Schleswig-Holsteins. In der Reformation wurde es zu einem adligen Damenstift umgewandelt, heute werden Teile der Klosteranlage als Wohnungen vermietet. Im Schuljahr 2006/07 machen sich die Schülerinnen und Schüler der 11c der Lornsenschule im Rahmen eines einjährigen Projekts im fächerverbindenden „Vertiefenden Unterricht“ (Methodenunterricht) mit der Klosteranlage, ihrer heutigen Erscheinung und ihrer Geschichte vertraut. Anhand dieses Beispiels erarbeiten sie Gründe und Möglichkeiten für den Erhalt von Kulturdenkmalen. Die Schülerinnen und Schüler entscheiden sich zu Beginn des Projekts dafür, den noch jungen Freundeskreis des Klosters bei seiner Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen.

Die Projekte der fünf Arbeitsgruppen:

Ein Modell des Klosters im Zustand um 1800, das inzwischen unter einem Glassturz im Kapitelsaal des Klosters steht und bei Klosterführungen gezeigt wird.
3D-Ansicht St. Johannis Kloster 18. Jh.

Ein Modellbaubogen
Modellbaubogen

Ein Brettspiel zu Kloster und Klosterleben
Brettspiel

Virtueller Rundgang auf CD-Rom
Virtueller Rundgang

Organisation eines Klosterfestes, auf dem die Projektergebnisse in feierlichem Rahmen übergeben werden.
Sommerfest 2

Das Projekt wird von einem Seminar des Kunsthistorischen Instituts der Christian-Albrechts-Universität Kiel begleitet. Im Rahmen ihrer kunstdidaktischen Ausbildung arbeiten Studentinnen und Studenten inhaltlich und organisatorisch am Projekt mit und entwickeln daraus Themen für Hausarbeiten. Ziel ist es, das Thema Kulturerbe und Denkmalschutz an regionalen Beispielen langfristig und nachhaltig in den Unterricht zu integrieren.

„Reise ins Mittelalter“ bei strahlendem Sonnenschein

Mit Unterstützung und zur Freude der Priörin des Klosters, Frau Henny von Schiller, bildeten die Schülerinnen und Schüler fünf Arbeitsgruppen, die alle das Ziel verfolgten, den Wert und die Bedeutung dieses in Schleswig-Holstein einmaligen Gebäudeensembles in der Öffentlichkeit zu vermitteln. Mächtig stolz und ein wenig aufgeregt überreichten sie auf dem Höhepunkt des Festes dem zweiten Vorsitzenden des Freundeskreises des Klosters, Herrn Henkel, die Ergebnisse ihrer Arbeit. So wird ein virtueller Klosterrundgang wahrscheinlich auf der Homepage des Freundeskreises eingesetzt, wie der erste Vorsitzende des Freundeskreises, Herr Gehrmann, andeutete. Ein für die Tourismuswerbung gedachtes Faltblatt lockt hoffentlich viele Besucher an. In den Arbeitsgruppen hatten, wie die verantwortlichen Lehrkräfte, Frau Dr. Höpel und Herr Bosholm ausführten, zeitweilig Studentinnen und Studenten der Kieler Christian-Albrechts-Universität im Rahmen ihrer Ausbildung mitgewirkt, so dass die Schülerinnen und Schüler wertvolle Tipps bei Fragen der Gestaltung und des Designs erhielten. Der fächerübergreifende und produktorientierte Ansatz des Unterrichts wird auch bei dem spannenden Klosterspiel deutlich, von dem sich viele Anwesende gefangen nehmen ließen. Nach einer Vermarktungsmöglichkeit wird noch gesucht.
In den verschiedenen Räumen des Klosters erläuterten die Schüler die Ergebnisse ihrer Arbeit und den Entstehungsprozess, zunächst noch etwas verhalten, dann aber immer selbstbewusster. Im Kapitelsaal wird auch künftig das Ergebnis der Modellbaugruppe der Öffentlichkeit zugänglich sein. Die Sommerfestgruppe hatte für den festlichen Rahmen der Präsentation gesorgt. Szenische Lesungen im Kreuzgang und musikalische Darbietungen auf mittelalterlichen Instrumenten ließen vergangenes Klosterleben aufblitzen. Die Darbietung feuerspeiender Gaukler beendete das Fest.

im Frühjahr 2007, Dr. Ingrid Höpel

Links:

Virtueller Rundgang (auf CD-Rom, über die Homepage des Klosters)

Faltblatt (PDF, über die Homepage des Klosters)

Maltes Foto-Preis im neuen Monumente-Heft (Extern)

denkmal-aktiv-Programm der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (Extern)

Veröffentlichung auf lehrer.online.de (Extern)