Premiere am 27.5. 2015:

Die Musical-Reise durchs bunte Berlin

 

Schleswig – Ein Mädchen vom Land. Allein in Berlin. Schwanger. Auf der Suche nach einem Rockstar. In der U-Bahn. Das ist der Stoff, aus dem der deutschsprachige Musical-Welterfolg entstanden ist: „Linie 1“ von Birger Heymann und Volker Ludwig, 1986 am Berliner Grips-Theater uraufgeführt, wurde wirklich überall zum Kassenschlager: in Wien, Amsterdam, Paris, London, sogar in New York City. An deutschsprachigen Bühnen hat es sich geradezu als Standardrepertoire durchgesetzt. Kein Wunder: Die Geschichte um Sunny, Momo, Nathalie oder wie auch immer die Hauptfigur sich auf ihrer Reise zu sich selbst nennt,  führt ihre Zuhörer im Minutentakt durch das bunte, pulsierende Berlin der wilden achtziger Jahre. Mit fetzigen Songs,  skurrilen Typen und vielen kleinen spannenden Geschichten.

Nächster Halt: Lornsenschule Schleswig.  Hier hat der Musical-Projektkurs des 13. Jahrgangs fast ein ganzes Schuljahr lang Kulissen gewerkelt, Kostüme genäht, Musik einstudiert, Rollen geübt, Texte und Lieder auswendig gelernt – damit bei der Premiere des Stücks am Mittwoch, 27. Mai ein weiteres Kapitel der Erfolgsgeschichte von „Linie 1“ geschrieben werden kann. Sie haben sich bestens vorbereitet: Anfang des Schuljahrs war der Kurs zum Wochenendtrip in Berlin. Dort fuhren die jungen Theatermacher U-Bahnstrecken ab und stellten fest: Das wilde Leben mit seinen schrillen Personen gibt es immer noch. „Und natürlich haben die  Figuren im Musical reale Vorbilder“, erzählt Markus Pabst,  Kunstlehrer und zusammen mit Musikpädagogin Wiebke Bauer verantwortlich für die Produktion. Er muss es wissen – schließlich stammt er selbst aus der Spreemetropole.

In der ehrwürdigen Aula der Lornsenschule soll aber kein historisches Vor-Wende-Berlin gezeigt werden. „Uns geht es um eine zeitlose Interpretation“, betont Pabst. Um die Frage, wie man mit seinem Leben umgeht, um Verzweiflung, Hoffnung und Identitätsfindung. Dabei ist nicht nur das Schicksal des Mädchens interessant. Es geht auch um Eheleute, die sich seit Jahren nichts mehr zu sagen haben, um den kranken Herrmann, der von sechs Mark am Tag Stütze lebt und trotzdem glücklich ist, um die Arbeitslose Maria, die Klos putzt, aber viel lieber Altenpflegerin wäre, und um viele Menschen mehr.

Für die Teilnehmer des Projektkurses, die seit dem  schriftlichen Abitur fast täglich proben,  ist es eine wichtige Lebenserfahrung. „Jeder bringt sein Talent ein: Egal ob singen, tanzen, musizieren, nähen oder malen“, sagt Pabst, „und wenn jemand mal vor 250 Leuten trotz Aufregung eine Figur glaubhaft auf der Bühne darstellt oder einen Song überzeugend singt, dann ist das besser als jedes Bewerbungstraining.“  Und für die Zuschauer ist ein faszinierendes Musicalerlebnis garantiert. Pabst: „Wir werden unser Publikum schon packen und mitnehmen auf eine großartige Berlin-Reise!“

Auffürungen: 27., 29. und 31. Mai, sowie 2. und 6. Juni. Einlass ab 19 Uhr, Beginn 19.30 Uhr. Der Eintritt bei dieser Schulveranstaltung ist kostenlos. Karten gibt es in den großen Pausen in der Pausenhalle der Lornsenschule.