Ein Traum wird wahr

Auch in diesem Jahr nahmen 10 Schülerinnen des E-Jahrgangs an dem nun bereits zum dritten Mal stattfindenden Austausch mit unserer Partnerschule in Nanxun - ca. 100 km westlich von Shanghai gelegen - vom 29. Oktober bis zum 11. November 2014 teil. Hier sind ihre Berichte:

Wir deutschen Schüler haben die erste Woche in den Familien unserer Gastschüler gelebt. Wir haben eher das Leben und die Wohnsituation der reicheren Chinesen kennen gelernt haben, da sich nicht jede chinesische Familie einen Gastschüler leisten kann. Die Eltern unserer Gastschüler konnten kaum bis kein Englisch sprechen, waren aber dennoch sehr herzlich.
Das Leben dort war sehr anders als unser gewohnter Alltag, zum Beispiel waren die Betten meistens nur ein Holzbrett mit einer dünnen Auflage und normaler Bettwäsche. Allgemein hatten wir eine sehr schöne Zeit in den Gastfamilien und wurden sehr nett aufgenommen.

Die Schule in China ist sehr gewöhnungsbedürftig.
Der Schulalltag fängt morgens um sechs an und endet abends um halb neun. Wir mussten zum Glück nur von acht bis drei anwesend sein und haben ein Extraprogramm bekommen.
Jeden Morgen müssen alle 800 Meter laufen und jeden Montag gibt es einen Fahnenappel. In eine Klasse gehen etwa 40 - 50 Schüler und jeder Schüler hat seinen eigenen kleinen "Mini"-Tisch.
Auch der Unterricht unterscheidet sich sehr von unserem: Der Lehrer redet ununterbrochen und die Schüler müssen sofort verstehen, was der Lehrer sagt. Nur, wenn der Lehrer einen Schüler auffordert, muss dieser aufstehen und die Lösung vortragen. Wenn er diese nicht weiß, steht er dumm rum, bis der Lehrer ihm erlaubt sich wieder zu setzen.
Am gewöhnungsbedürftigsten sind aber die Toiletten: Diese bestehen aus einem Loch im Boden und es gab kein Klopapier, weshalb wir darauf achten mussten, immer genug Klopapier dabei zu haben.
Alle Schüler die uns begegnet sind haben uns hinterhergeguckt, waren aber zu schüchtern, um uns anzusprechen.

Nach den sieben Tagen in den Familien ging es weiter nach Shanghai. Das Hotel in dem wir übernachtet haben war wahnsinnig groß und es gab sogar Betten mit Matratzen. Nachdem wir dort eingecheckt haben, ging es weiter zum Jin Mao Tower. Dieser hatte sagenhafte 88 Stockwerke und man hatte einen wunderschönen Ausblick auf die Stadt. Als nächstes haben wir eine Hafenrundfahrt im Sonnenuntergang gemacht. Bevor es zum Essen ging, sind wir in eine große Einkaufsstraße gegangen und waren dort shoppen. Als es dunkel wurde, war die ganze Straße bunt beleuchtet, es war sehr beeindruckend und schön. Danach waren wir zum ersten Mal zusammen essen. Den Abend haben wir im Hotel verbracht und auf dem Platz vor unserem Hotel war auch nachts noch ein buntes Treiben.
Der zweite Tag war leider auch schon unser letzter Tag in Shanghai. Bevor es zum Nachtzug ging haben wir noch drei Stopps gemacht. Als erstes waren wir in einer Seidenfabrik. Da konnte man total witzige Kissen kaufen die man auch zu einer Decke ausbreiten konnte, welche wir uns natürlich gekauft haben. Danach ging es zum Yuyuan Garten, welcher richtig schön angelegt war, allerdings war es sehr "strange" die alten Häuser der Altstadt zu sehen und im Hintergrunde die ganzen Hochhäuser. Anschließend sind wir in der anliegenden Altstadt shoppen gegangen, es gab sehr viel zu entdecken und es hat richtig Spaß gemacht mit den Straßenhändlern zu verhandeln. Der letzte Halt war der Himmelstempel, wo man in der Mitte in ein kesselartiges Ding Geld hineinwerfen konnte, wie bei einem Glücksbrunnen. Dann mussten wir auch schon zum Bahnhof fahren, denn von dort ging unser Nachtzug nach Peking. Die Fahrt dauerte 15 Stunden, aber die Zeit ging schnell rum, da man ja auch schlafen konnte und wir hatten auch trotzdem viel Spaß.

Als wir dann in Peking angekommen waren, sind wir direkt in die verbotene Stadt gefahren, wo sich auch der Kohlehügel und der Kaiserpalast mit den Hallen des himmlischen Friedens befinden.
Außerdem haben wir noch die weltberühmte chinesische Mauer besucht und hatten sogar Zeit auf dem sogenannten Fake Markt shoppen zu gehen. Unser äußerst zufriedenstellender Guide zeigte uns immerzu den direkten Weg zum Happyhouse (Toilette) und hat uns jeden Wunsch von den Lippen abgelesen. Es war eine sehr tolle Zeit, in der wir viele Erfahrungen gesammelt haben.